5. Juli 2018 - Kategorie

MDR1-Gendefekt bei Hunden

Der MDR1-Defekt ist ein Fehler im MDR1-Gen, der bei einigen Hunderassen verbreitet ist. Dadurch kommt es zu einer mangelhaften oder fehlenden Synthese eines bestimmten Proteins, welches ein wichtiger Bestandteil der Blut-Hirn-Schranke ist, was zu einer Überempfindlichkeit gegenüber manchen Arzneimitteln führt.
Schwere Vergiftungserscheinungen nach Gabe bestimmter Medikamente sind die Folge, die therapeutisch nicht mit einer spezifischen Therapie zu beeinflussen sind.
Mittlerweile sind zahlreiche Wirkstoffe bekannt, die bei verschiedenen Hunderassen und Mischlingen zur Ausbildung neurotoxischer Symptomatik mit dramatischen Krankheitsverläufen führen können.

Welche Rassen sind betroffen?
Betroffene Rassen sind der Collie (Kurz-Langhaar), Australian Shepherd, English Shepherd, Sheltie, Bobtail, Border Collie, Weißer Schäferhund, Wäller, Longhaired Whippet und Silken Windhound.

Um welche Medikamente geht es?
Loperamid (Imodium®) und makrozyklische Laktone sollten nicht bei Hunden mit einem MDR1-Gendefekt eingesetzt werden. Zu den makrozyklischen Laktonen zählen zahlreiche Antiparasitica aus der Stoffgruppe der Avermectine (Ivermectin, Doramectin, Moxidectin u.a.m.).

Wie kann ich herausfinden, ob mein Hund betroffen ist?
Man kann einen DNA-Test durchführen lassen. Als Material eignet sich EDTA-Blut oder ein Backenabstrich.

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