ERG – Elektroretinographie

Auch diese Untersuchung basiert auf der Messung von Hirnströmen. Mittels Elektroden werden von der Kopfhaut elektrische Potentiale abgenommen und gleichzeitig werden einem einzelnen Auge Lichtblitze als spezifische Reize dargeboten. Diese kurzeitigen Lichtreize werden über das Auge aufgenommen und der Retina (der Netzhaut) zugeführt, diese nimmt sie mit ihren Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) auf und bildet Impulse für die Neuronen, so dass es zur Auslösung eines Nervenimpulses kommt. Weitergeleitet wird der Impuls über den Sehnerv zu den Sehzentren des Großhirn. Diese Neuronenaktivität kann über die Elektronen registriert werden und ein Computer verrechnet die Potentiale die zeitgleich zu dem auslösenden Reiz auftreten. Durch die Mittelung vieler Aktionen wird eine Kurve auf dem Bildschirm sichtbar, die aussagen kann ob das Auge fähig ist, Lichtreize aufzunehmen und dem Sehnerv weiterzuleiten. Eingesetzt wird diese Untersuchungsmethode in unserer Klinik vorwiegend in den Fällen, in denen der Augenhintergrund optisch nicht zu untersuchen ist und die Frage einer Blindheit besteht, wie zum Beispiel bei einem fortgeschrittenen Katarakt (grauer Star) und der damit verbundenen Erwägung einer Operation.
Die Untersuchung erfolgt in der Regel mit dem sedierten (beruhigten) Tier, um Abwehrbewegungen zu vermeiden. Es werden mehrere Nadelelektroden am Kopf des Tieres fixiert und die Messung ist für das Tier ohne Schmerzen. Nach der Untersuchung kann ein Gegenmittel verabreicht werden, so dass der Hund oder die Katze die Klinik wach und auf seinen vier Pfoten verlassen kann.