Läufigkeit

Grundsätzliches zur Läufigkeit

Sie tritt zum ersten Mal im Alter von etwa 9 bis 18 Monaten auf, bei kleinen Rassen eher früher, bei größeren eher später. Zunächst kommt es zu einer leichten Blutung für ca. 12 Tage, in denen die Hündin die Rüden noch wegbeißt (oder auch nicht!). In der darauffolgenden Zeit von ca. erneut 12 Tagen ist besondere Vorsicht nötig: die Hündin lässt sich jetzt decken.

Jede Hündin hat ihren eigenen Zyklus. Manche werden zweimal, manche nur einmal, andere aber auch dreimal im Jahr läufig. Solange sie diesen eigenen Rhythmus einhalten, ist alles ok. Stellen sich aber Unregelmäßigkeiten ein, gilt es aufzupassen, denn sie können Vorboten gesundheitlicher Probleme sein.

Zur Verhütung der Läufigkeit gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Hormonell, d. h. mittels Hormoninjektionen, die die Hündin im Abstand von fünf Monaten bekommt.

Nachteile der Hormonbehandlung:

  • Die hormonelle Manipulation einer Hündin erhöht grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit einer eventuellen eitrigen Gebärmutterentzündung, auch Pyometra genannt. Die Pyometra ist eine nur bei der Hündin, ganz selten bei der Kätzin beobachtete, sehr ernste Erkrankung, die in der Regel nur operativ behandelt werden kann.
  • Hormonspritzen wirken nicht vorbeugend gegen Gesäugetumore.
  • Vorteile:

  • Unkompliziert, schnell, geringe Kosten pro Behandlung
  • Erfordert keine endgültige Entscheidung pro oder kontra Fruchtbarkeit
  • 2. Die Sterilisation, richtige Kastration

    Hierbei werden der Hündin die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. Es kommt zu keiner Läufigkeit mehr. Die Operation dauert ca. eine Stunde. Die Naht ist, je nach Hundegröße etwa 5 bis 15 cm lang. Die Hündin kommt morgens nüchtern zur OP und kann in der Regel abends wieder nach Hause. Am dritten Tag ist Verbandskontrolle, am zehnten Tag werden die Fäden gezogen (was nicht wehtut).
    Nachteile:

  • Es besteht, wie bei jeder Vollnarkose, ein theoretisches Narkoserisiko.
  • Die Hündin bedarf, besonders in den ersten drei Tagen nach der OP, besonderer Beachtung, Zuwendung und Pflege.
  • Sie muss für 10 Tage einen Halskragen oder ein T-Shirt als Leckschutz tragen.
  • Einige der kastrierten Hündinnen, besonders bei großen Rassen, neigen später zum Harnträufeln. Dieses lässt sich in aller Regel durch Akupunkturbehandlung beheben. Es besteht auch die Möglichkeit einer dauerhafte Medikamentengabe, falls eine Akupunkturbehandlung nicht gewünscht wird.
  • Das Fell kann sich bei einigen Hunderassen (v.a. Cocker Spaniel, Irish Setter, Langhaardackel) verändern: einige Tiere bekommen ein sehr dichtes, feines sog. „Babyfell“.
  • Einige Tiere neigen zu Gewichtszunahme, denn der Kalorienbedarf kastrierter Hunde ist niedriger als der Kalorienbedarf nicht kastrierter Hunde. Also: nicht die Kastration macht dick, sondern die Kalorien!
  • Die OP bringt relativ hohe Kosten auf einen Schlag mit sich. Summiert man jedoch die Kosten der jährlichen Hormonspritzen auf, relativiert sich der OP-Preis recht schnell.
  • Vorteile:

  • Das Tier kann keine Gebärmutterentzündung mehr bekommen.
  • Die Kastration ist die einzige heute bekannte Möglichkeit der Vorbeugung gegen Gesäugetumore. Dazu einige Zahlen: Jede vierte nicht kastrierte Hündin bekommt mit 6 Jahren Gesäugetumore, etwa die Hälfte davon sind bösartig. Bei Tieren, die gleich nach der ersten Läufigkeit kastriert wurden, bekommt noch jede hundertste einen Gesäugetumor.
  • Keine Belastung der Hündin durch Hormoninjektionen.
  • Das waren sehr viele Informationen auf einmal. Leider können wir Ihnen die Entscheidung für oder gegen Läufigkeitsverhütung, für die Hormonbehandlung oder für eine Operation nicht abnehmen. Aber wenn Sie noch weitere Fragen an uns haben, beraten wir Sie gern.