Urlaub mit Haustieren
Wer besser nicht mitreisen sollte:
Wirklich gute Reisebegleiter sind – von Ausnahmen abgesehen – nur Hunde. Sie sind meist willige Passagiere im Auto und in öffentlichen Verkehrsmitteln und erweisen sich als anpassungsfähige Feriengäste am Urlaubsort.
Katzen, Vögel, Kleine Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Gerbile sollten in der Regel besser zu Hause bleiben, da für diese Tiere Autofahren und fremde Umgebung Stress bedeuten und insbesondere kleine Heimtiere und Vögel extrem hitzeempfindlich sind.
Urlaubsbetreuung zu Hause
Für Tiere, die zu Hause betreut werden sollen, gibt es die Aktion: „Nimmst du mein Tier - nehm ich dein Tier“. Nähere Informationen erhalten Sie von Mai bis Mitte September am Urlaubsberatungstelefon des Deutschen Tierschutzbundes: 0228/6049627, Mo – Fr von 10.00 bis 18.00 Uhr.
Bitte beachten Sie:
Machen Sie sich frühzeitig mit den Einreisebestimmungen Ihres Ziellandes und der Transitländer vertraut. Bei einigen Ländern beträgt die Vorbereitungszeit mindestens 5 Monate.
Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern. Informationen über den aktuellen Stand der Bestimmungen erhalten Sie bei den Botschaften oder Konsulaten der entsprechenden Länder oder unter der oben angegebenen Nummer des Deutschen Tierschutzbundes
Danach sollten sie bei einem Botschaftsanruf fragen:
Gesundheitstipps für die Reise
Reisekrankheit
Die meisten Hunde sind begeisterte Autofahrer. Aber auch Tiere die das Autofahren schlecht vertragen müssen nicht zu Hause bleiben. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem geeigneten Medikament. Wichtig sind regelmäßige Bewegungspausen mit Trinkwasserangebot. Grundsätzlich gilt: mit einem vollen Magen reist man schlecht. Also: bei kürzeren Fahrten erst am Fahrziel füttern, bei längeren nur kleine Portionen zwischendurch anbieten.
Hitzestau
Wenn im Wageninneren tropische Temperaturen herrschen, fühlen sich Hunde nicht mehr wohl. Ein Hitzstau droht. Abgeschlagenheit, Unruhe oder Taumeln können erste Alarmzeichen sein. Bringen Sie Ihr Tier sofort (!) in den Schatten, oder besser in einen kühlen Raum, bieten Sie frisches Wasser an und sorgen Sie für Frischluft.
Bei Krämpfen, Atemnot oder Bewusstlosigkeit besteht Lebensgefahr. Bedecken Sie Ihr Tier mit feucht warmen Tüchern und bringen Sie es sofort zu einem Tierarzt. Gefährdet sind v.a. ältere Hunde, besonders wenn schon ein Herzleiden besteht, hochträchtige und ganz junge Tiere.
Planen Sie vorbeugend für längere Autofahrten die kühleren Tages- oder Nachtzeiten ein. Vermeiden Sie auch kürzere Transportfahrten, wenn der Wagen durch längeres Stehen überhitzt ist und lassen Sie Ihr Tier auch nicht für kurze Zeit im geparkten Fahrzeug zurück.
Auch am Urlaubsort muss dem Hitzschlagrisiko begegnet werden. Es empfiehlt sich, Bewegungsaktivitäten in der Mittagshitze zu vermeiden und den Hund einen kühlen Liegeplatz zuzuweisen.
Sonnenbrand
Auch Hunde können einen Sonnenbrand bekommen. Meist verbrennt der Nasenspiegel, insbesondere wenn er unpigmentierte Stellen aufweist. Besonders gefährdet sind Tiere mit kurzem weißem Fell und wenig Unterwolle (z.B. Dalmatiner, Bullterrier, WHWT...). Solche Rassen sollten möglichst im Schatten bleiben.
Futterumstellung am Urlaubsort
Viele Hunde reagieren empfindlich auf Futterumstellungen. Lässt sich am Urlaubsort die gewohnte Fütterung nicht beibehalten, sollte die Umstellung allmählich, durch Zumischung steigender Anteile des neuen Futters in das gewohnte erfolgen. Bei hohen Temperaturen ist der Appetit oft vermindert. Das ist kein Grund zur Sorge, solange der Hund nicht an Gewicht verliert. Was nicht gefressen wird, sollte umgehend entsorgt werden, da verdorbenes Futter ernsthafte Magen-Darm-Erkrankungen auslösen kann.
Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen.
Reiseapotheke
Kleinere Hautwunden, die normalerweise nicht behandlungsbedürftig erscheinen, müssen in südlichen Ländern sorgfältig versorgt werden. Fliegen nutzen die Wunden zur Eiablage. Die sich im Wundgebiet entwickelnden Larven können schwere Heilungsstörungen verursachen. Wir stellen Ihnen gerne vor Reiseantritt eine individuelle Reiseapotheke zusammen, damit Sie für solche Zwischenfälle bestens gerüstet sind.
Eingeschleppte Infektionskrankheiten
Leishmaniose
Die Hundeleishmaniose ist eine geschwürige Haut- und Organkrankheit, die schwierig zu behandeln ist und langfristig mit einer hohen Sterberate einhergeht. Sie wird durch Einzeller verursacht, die sich in Körperzellen vermehren. Im allgemeinen erfolgt die Ansteckung über Sandmücken, die insbesondere in der Dämmerung aktiv sind. Aber auch Sekrete von Geschwüren und Fisteln können bei bestehenden Hautverletzungen die Infektion übertragen. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung können 3-7 Monate, eventuell Jahre vergehen.
Babesiose
Durch Zecken werden die Erreger der Babesiose übertragen. Es sind Einzeller, die sich in den roten Blutkörperchen des Hundes vermehren und sie zerstören. Dadurch wird unter anderem Blutarmut und Gelbsucht ausgelöst. Der Zellzerstörung folgen heftige Immunreaktionen, die die Erkrankung erheblich erschweren. Zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung liegen 10 Tage bis 3 Wochen.
Erlichiose
Die Erlichiose ist eine in den Mittelmeerländern weit verbreitete Erkrankung. Die häufig zusammen mit der Babesiose auftritt, da beide Erreger über dieselben Zecken übertragen werden. Verursacht wird die Erlichiose durch Kleinstorganismen (sog. Rickettsien), die sich in den weißen Blutzellen des Hundes festsetzen und von diesen in Lymphknoten, Leber und Milz, später auch in andere Organe transportiert werden. 1-3 Wochen nach der Ansteckung kommt es zum Krankheitsausbruch mit Fieberschüben bis 41° C, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellung, Krampfanfällen und weiteren Symptomen. Später können sich Knochenmarksschädigungen und chronische Blutarmut einstellen.
Dirofilariose
Die Dirofilariose ist eine Erkrankung, die durch Würmer (Dirofilaria immitis) verursacht wird. Diese finden sich in variabler Zahl in der rechten Herzkammer sowie den großen Gefäßen und verursachen Leistungsabfall, Husten und Atemnot. Übertragen werden die Larven der Würmer durch Stechmücken.
Zum Schutz Ihres Hundes sind mittlerweile Medikamente zur Prophylaxe entwickelt worden.
Wie schütze ich meinen Hund?
Wenn Sie mit Ihrem Hund in ein südliches Urlaubsland reisen, sorgen Sie für einen ausreichenden Schutz vor Zecken, Mücken und Fliegen (hierbei beraten wir Sie gerne). Vermeiden Sie Kontakt mit herumstreunenden Hunden.
Falls Sie einen Hund aus einem südeuropäischen Land mitbringen, lassen Sie Ihn mit dem Hinweis auf seine Herkunft in der Tierarztpraxis untersuchen.
Zeigt Ihr Hund nach einem Auslandsaufenthalt oder auch längere Zeit danach ein veränderte Verhalten, Schwächezustände oder Hautveränderungen, kann der Weg zum Tierarzt mit dem Hinweise auf die vorangegangene Reise lebensrettend sein.
Und noch ein Tipp
Die meisten Reiseländer schreiben für die Einreise lediglich eine Tollwutschutzimpfung vor. In vielen Urlaubsländern ist aber die Infektionsgefahr für Staupe und Parvovirose höher als in Deutschland. Die rechtzeitige Impfung – auch wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist – schütz Ihren Hund vor Ansteckung am Urlaubsort und zu Hause.
