1. Januar 2019 - Kategorie

Hat Ihr Tier Zahnstein?

Leider leiden mehr als 80 % der über 3jährigen Hunde an Zahnstein, Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder Parodontitis, einem Krankheitskomplex, zu dem alle entzündlichen Erkrankungen des Zahnhalteapparates gezählt werden.

Die Grundlage der oben genannten Erkrankungen ist Zahnbelag (Plaque), eine schmierige Ablagerung auf den Zähnen, die vorwiegend aus Futterpartikeln, Speichel und in der Maulhöhle vorhandenen Bakterien (den so genannten Plaque-Bakterien) besteht.

Betroffene Tiere riechen häufig unangenehm aus dem Maul, das Zahnfleisch blutet leicht und es bildet sich Schleimhauttaschen.

Findet in diesem Stadium keine Behandlung statt breitet sich die Entzündung weiter auf die umliegenden Gewebe aus – es entsteht eine Parodontitis. Die Schleimhauttaschen werden immer tiefer, bis Plaque und Zahnstein sich zwischen Kieferknochen und Zahn schieben. Die entzündlichen Vorgänge im umliegenden Gewebe zerstören zusammen mit von Bakterien freigesetzten Enzymen dabei die elastischen Haltefäden, die den Zahn in seinem Zahnfach festhalten. Schließlich wird auch das knöcherne Bett der Zähne, der Kieferknochen, angegriffen. Folgen sind ein Schwinden der Knochensubstanz, Locke-rung der Zähne und letztendlich Zahnverlust. Oft merkt man den Hunden relativ wenig an, zum Teil können sie aber auch starke Zahnschmerzen bekommen. Dann ziehen sie beispielsweise weiches Futter dem Trockenfutter vor, kauen nur noch auf einer Seite oder verweigern sogar die Futteraufnahme. Bei einigen Tieren kommt es zu vermehrtem Speichelfluss, und der Geruch aus dem Fang wird fast unerträglich. Außerdem stellen parodontitische Herde auch eine Gefahr für den gesamten Organismus dar, da die beteiligten Bakterien leicht in die Blutbahn einbrechen und in andere Organe streuen können. Besonders gefährdet sind die Nieren, die Lungen, die Leber und gerade bei älteren Tieren auch die Herzklappen.

Wird die Parodontitis erst spät erkannt und ist es bereits zu einer Zerstörung des Zahnhalteapparates gekommen, lässt sich diese nicht mehr rückgängig machen – eine vollständige Wiederherstellung des Gebisses ist in diesen Fällen nicht mehr möglich. Ein weiteres Fortschreiten der Gewebszerstörung kann dann lediglich durch relativ aufwändige tierärztliche Maßnahmen, denen dann zu Hause eine intensive Zahnhygiene folgen muss, verhindert werden.

Lassen Sie die Zähne Ihres Tieres regelmäßig kontrollieren. Bei leichteren Zahnbelägen reichen häufig schon spezielle Dentalpräparate (Zahncreme, Kausticks, spez. Mundwasser). Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gern.

Bei stärkerem Zahnstein ist häufig eine Zahnreinigung nötig, die unter Narkose durchgeführt wird.

Die früher oft als „Zahnsteinentfernung“ bezeichnete Gebissreinigung wird heute eher als „professionelle Zahnreinigung“ bezeichnet und ist oft sehr zeitaufwendig. Zu Beginn werden Zahnsteinauflagerungen mit einem Ultraschallgerät mit hochfrequent schwingenden Arbeitsspitzen abgesprengt. Der Zahnsteinentfernung schließt sich eine Politur des Schmelzes an, in der Regel mit einem Polierkelch oder einer Polierpaste. Hiermit werden eventuell vorhandene restliche Beläge entfernt, die Schmelzoberfläche geglättet und damit einer neuen Plaqueentstehung möglichst lange vorbeugt.